Traceability: Links, verdächtige Links, Matrix und Abdeckung
Analysieren und VernetzenTraceability heißt: Für jede Anforderung ist nachvollziehbar, woher sie kommt, wie sie umgesetzt wird und womit sie nachgewiesen ist. Der ETRM bildet das mit typisierten Links zwischen Artefakten ab. Welche Link-Typen es gibt und welche Artefakttypen sie verbinden dürfen, legen die Projekteigenschaften fest.
Links anlegen
Ein Link hat eine Quelle, ein Ziel und einen Typ mit Leserichtung, zum Beispiel:
- Systemanforderung leitet ab aus Stakeholder-Anforderung,
- Testfall verifiziert Systemanforderung,
- Systemanforderung ist abhängig von Systemanforderung.
Auf der Artefaktseite wählen Sie im Bereich Links die Beziehung und suchen das andere Artefakt nach Titel oder ID (#12). Angeboten werden nur Beziehungen und Artefakte, die die Konfiguration erlaubt. Der Link erscheint auf beiden Seiten: bei der Quelle unter dem Namen („leitet ab aus“), beim Ziel unter dem Gegennamen („wird abgeleitet in“).

Links können Sie auch direkt in der Traceability-Matrix setzen (siehe unten).
Verdächtige Links
Ändert sich eine Anforderung, stimmen die davon abgeleiteten Anforderungen und Testfälle womöglich nicht mehr. Der ETRM markiert deshalb die betroffenen Links als verdächtig:
- Auslöser sind Änderungen an Titel, Text oder Typ sowie an Attributen, die als signifikant markiert sind (z. B. ein Grenzwert).
- Je Link-Typ ist festgelegt, ob eine Änderung der Quelle, des Ziels oder beider den Link verdächtig macht. Bei leitet ab aus wird der Link verdächtig, wenn sich die übergeordnete Anforderung (das Ziel) ändert.
- Verdächtige Links zeigen Grund und Zeitpunkt und sind in Dokument, Tabelle und Projektübersicht gelb markiert.
Prüfen und quittieren: Öffnen Sie die abhängige Anforderung, prüfen Sie, ob sie noch passt, und passen Sie sie gegebenenfalls an. Danach klicken Sie bei dem Link auf Quittieren. Das Quittieren wird mit Person und Zeitpunkt in der Linkhistorie festgehalten.
Beispiel aus dem Musterprojekt: Das Lastenheft verkürzt die Schnellladezeit von 20 auf 18 Minuten. Dadurch werden die Links der beiden abgeleiteten Systemanforderungen „Ladestrom begrenzen“ und „Schnellladeprofil 800 V“ sowie des Testfalls „Schnellladung 10–80 %“ verdächtig.
Traceability-Matrix
Die Matrix stellt zwei Artefakttypen gegenüber, zum Beispiel Systemanforderungen (Zeilen) und Stakeholder-Anforderungen (Spalten), optional auf einzelne Module und Link-Typen beschränkt. Jede Zelle zeigt, ob ein Link besteht und ob er verdächtig ist. Leere Zeilen und Spalten machen Lücken sofort sichtbar.

Ist genau ein Link-Typ gewählt, setzen und entfernen Sie Links per Klick in die Zelle (ab Rolle EDIT). Die Richtung ergibt sich aus den erlaubten Quell- und Zieltypen.
Abdeckung
Die Abdeckung beantwortet Fragen wie „Welche Systemanforderungen sind noch nicht durch einen Testfall verifiziert?“. Sie wählen Artefakttyp, Link-Typ und Richtung und sehen den Anteil mit Fortschrittsbalken sowie die Listen der abgedeckten und offenen Artefakte.

Eine Übersicht aller Abdeckungen eines Projekts zeigen die Kennzahlen. Die offenen Artefakte finden Sie auch in der Tabellenansicht mit dem Filter Fehlender Link.
Auswirkungsanalyse
Auswirkung auf der Artefaktseite zeigt als Netz, welche Artefakte über Links mit dem gewählten Artefakt verbunden sind, über eine bis vier Ebenen. Verdächtige Links sind gestrichelt. So schätzen Sie vor einer Änderung ab, was alles nachzuziehen ist; ein Änderungsantrag enthält dieselbe Liste automatisch.
